Kegeln beim ESV

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Geschichte

Die wilde Geschichte des Kegelns

Kegeln (chegil, bossen) zählt zu den ältesten Spiel- und Sportarten der Welt. Schon im alten Ägypten war das "Rollen mit dem Stein" bekannt: Dort fand man in einem Kindergrab aus der Zeit 3200 v Chr. Teile eines Kegelspiels. Auch die alten Germanen sollen sich bereits Wettkämpfe beim Stein-Ziel-Werfen auf drei, sieben oder neun Kegelknochen geliefert haben.

Im Mittelalter war Kegeln als Glücksspiel verrufen, bei dem hohe Summen verwettet wurden und viel getrunken und gestritten und gerauft wurde. Im Braunschweiger Stadtrecht von 1232 ist zu lesen, "dass derjenige ein schlechter Mensch ist, der Vagabunden und Kegelspieler mehr als eine Nacht bei sich aufnimmt". Zunächst in Deutschland (1335), dann auch in England und Frankreich wurde das Kegeln gänzlich verboten, unter Eduard III. sogar bei Todesstrafe.

Doch der Spaß am Spiel ließ sich schwer eindämmen. Durch Beschränkung der Wetteinsätze besserte sich der Ruf, und das Kegeln etablierte sich allmählich als harmloses Unterhaltungsspiel. Bilddokumente und Überlieferungen aus dem 17. Jahrhundert belegen, dass kaum ein Volksfest oder eine Kirchweih ohne Kegelveranstaltung stattfand.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die ersten Spielgemeinschaften ("Kegelclubs") registriert. Im Zweiten Weltkrieg kam der Kegelsport zum Erliegen, doch bereits 1945 fanden sich unbeirrbare Kegelfreunde wieder zusammen und stießen auf wachsendes Interesse.

Die neu geschaffenen Anlagen waren nun reine Sportanlagen, es wurde mit der Ausbildung von Trainern und Übungsleitern begonnen. 1955 fanden die ersten Weltmeisterschaften in Essen statt. 1979 erklärte das Internationale Olympische Komitee (IOC) Asphalt- (Classic-) und Bowlingkegeln für olympiawürdig. Da man sich nicht auf eine Bahnart einigen konnte, kegelt man heute in verschiedenen Regionen auf unterschiedlichen Bahnen (Asphalt, Bohle, Schere, Bowling). Das Asphaltkegeln findet in Deutschland eine sehr große Anhängerschaft.